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Adveniat fordert menschenwürdigen Bergbau in Lateinamerika

Einen menschenwürdigen Bergbau in Lateinamerika hat Prälat Bernd Klaschka am 2. März 2012 in Essen gefordert. „Wir müssen unsere Verantwortung als Rohstoffabnehmer wahrnehmen und uns für würdige Arbeitsbedingungen und einen nachhaltigen Bergbau einsetzen“, sagte der Adveniat-Geschäftsführer mit Blick auf die geplante Wiederinbetriebnahme der Metallschmelzanlage im peruanischen La Oroya. Diese dürfe nur unter Einhaltung der geforderten Umweltstandards wieder in Betrieb genommen werden.

Die Metallschmelzanlage des Unternehmens Doe Run Peru, Tochterunternehmen des größten Blei-Produzenten der westlichen Welt Doe Run Company, bereitet seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Stadt La Oroya Schwermetalle auf. Sie liegt im Mantaro-Tal, einem der fruchtbarsten Gegenden Perus. Im Jahr 2009 wurde der Betrieb der Anlage eingestellt. Im Mai dieses Jahres will das Unternehmen den Betrieb wieder in Gang setzen, ohne jedoch die geforderten Umweltstandards und -maβnahmen umzusetzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Erzdiözese Huancayo.

Die Abgase der Metallschmelze belasten Mensch und Umwelt massiv wie eine vergleichende Studie der Erzdiözese Huancayo aus den Jahren 2005 und 2011 aufzeigt. Die Qualität der Luft in La Oroya hat sich laut Studie erheblich verbessert: Die Schwefeldioxidkonzentration konnte um 99,5 Prozent reduziert werden und der Bleigehalt im Feinstaub wurde um 98,8 Prozent verringert. Eine vergleichende Messung der Blutwerte, die in La Oroya vorgenommen wurde, zeigt außerdem, dass im Jahr 2008, als die Anlage noch in Betrieb war, bei nur 5,9 Prozent der Beteiligten Werte unter 10 Milligramm Blei pro Deziliter Blut lag. 2011, zwei Jahre nachdem die Anlage den Betrieb eingestellt hatte, war der Anteil bereits auf 52,9 Prozent gestiegen.

Erzbischof Pedro Barreto SJ setzt sich wiederholten Morddrohungen zum Trotz seit Jahren für die Einhaltung der Umweltstandards ein. Er bat Adveniat dabei um Unterstützung. Im Rahmen einer Peru-Reise im November 2011 hatte sich Prälat Klaschka vor Ort ein Bild gemacht und mit dem Erzbischof, dem Pfarrer und Vertretern des Pfarrgemeinderates über die Situation gesprochen. Die Kirche sei die einzige Institution die ihr Wort gegen das Unternehmen Doe Run Peru erhebt. „Wir müssen mit den Menschen in La Oroya solidarisch sein“, sagte Klaschka.

Hier finden Sie die die <media 9330>Pressemitteilung des Erzbistums Huancayo</media>