Chile |

Adveniat fordert mehr Bildungsgerechtigkeit

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat fordert mehr Bildungsgerechtigkeit in Chile. Das Anliegen der protestierenden Studenten sei berechtigt, sagte Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Santiago. Qualifizierte Bildung sei der Schlüssel für ein soziales wie wirtschaftliches Vorankommen des Landes. Allerdings müssten die Proteste friedlich vorgetragen werden, so Klaschka.

Am Donnerstag war es in der Hauptstadt erneut zu Zusammenstößen zwischen Polizei und mehreren zehntausend demonstrierenden Studenten gekommen. Die Sicherheitskräfte lösten Teile der Kundgebung gewaltsam auf.

Forderung: Mehr Bildungschancen für Indigene

Die Hochschulbildung in Chile ist weitgehend privatisiert; sie gilt als teuer und mangelhaft. Bildung gehört zu den zentralen Themen des laufenden Präsidentschaftswahlkampfs. Die aussichtsreiche sozialistische Kandidatin Michelle Bachelet hat kostenlose Hochschulbildung zu einem ihrer Wahlversprechen gemacht.

Adveniat forderte auch mehr Bildungschancen für die indigene Bevölkerung Chiles. Die Mapuche im Süden des Landes, die zur ärmsten Bevölkerungsschicht gehörten, würden bislang nicht in ihrer eigenen Sprache unterrichtet, so Klaschka. Das mache ihnen eine gesellschaftliche Integration noch schwerer. Der Adveniat-Geschäftsführer hält sich zurzeit in Santiago auf. Die Jahresaktion des Hilfswerks hat "Hunger nach Bildung" in Lateinamerika zum Thema.

Quelle: KNA

Mehr zu den Studentenprotesten lesen Sie in unserem Hintergrundartikel.


Außerdem ist im Vorfeld der Adveniat-Aktion ist eine Gruppe von Journalistinnen und Journalisten mit Adveniat in Chile. Im Blog berichten sie über die Situation im Land und ganz aktuell über die Studentenproteste.Sie haben an einer Demonstration teilgenommen und mit den Studenten gesprochen. Den Studenten ist klar, dass die Demonstrationen nicht friedlich verlaufen werden. Und doch lassen sie sich davon nicht abhalten.Weiter lesen