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Adveniat fordert Bildungsgerechtigkeit

Das Bischöfliche Hilfswerk Adveniat drängt auf mehr Bildungsgerechtigkeit in Lateinamerika. Viele Menschen in Südamerika, Zentralamerika und der Karibik hätten "noch immer keinen selbstverständlichen Zugang zu Bildung", sagte Adveniat-Sprecherin Carolin Kronenburg am Dienstag, 17. September, vor Journalisten in Osnabrück. Sie äußerte sich bei der Vorstellung der diesjährigen Adveniat-Aktion unter dem Motto "Hunger nach Bildung", die am 1. Dezember in Osnabrück bundesweit eröffnet wird.

36 Millionen Analphabeten in Lateinamerika

In Lateinamerika vererbe sich Armut von Generation zu Generation, erläuterte Kronenburg. Ohne Bildung gebe es kaum eine Möglichkeit, dem Elend zu entkommen. 36 Millionen Menschen könnten weder lesen, schreiben noch rechnen. Weitere 73 Millionen könnten lediglich ihren Namen schreiben und nur mühsam Wörter und Zahlen entziffern.

Seit Jahrzehnten setze sich Adveniat für bessere Bildungsmöglichkeiten ein, betonte Kronenburg. Das Hilfswerk unterstütze jährlich rund 3.000 Projekte in der Region. Die von Adveniat gesammelten Spenden - deutschlandweit zuletzt 31 Millionen Euro - finanzierten Studienbeihilfen und Kurse, aber auch den Bau von Schulen. Das Hilfswerk trete für eine erreichbare, kostengünstig zugängliche, inhaltlich sinnvolle und den jeweiligen Lebensumständen angepasste Bildung ein, die ein Grundbedürfnis der Menschen sei.

Bundesweite Eröffnung am 1. Advent in Osnabrück

Die diesjährige Adveniat-Aktion startet nach den Angaben am Ersten Advent mit einem Gottesdienst unter Leitung des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode. Die Messe werde live vom Deutschlandfunk und der Deutschen Welle übertragen und als Video-Livestream auch auf den Internetportalen domradio.de und weltkirche.katholisch.de zu sehen sein.

Rund um die Eröffnung soll es laut Adveniat ein Rahmenprogramm in Osnabrück und der Region geben. "Mit den von Adveniat eingeladenen Gästen aus Chile, Bolivien, Honduras, der Dominikanischen Republik und Nicaragua wollen wir über Bildungschancen bei ihnen und bei uns diskutieren", sagte der Referent für Missionarische Dienste im Bistum Osnabrück, Dieter Tewes. Von den Gästen erhoffe man sich Impulse für die Gemeinden in Deutschland. So werde der Leiter eines nicaraguanischen Ausbildungszentrums für Laienmitarbeiter seine langjährigen Erfahrungen vorstellen. "Das ist für uns wichtig, weil wir in den zurzeit entstehenden großen pastoralen Räumen auf die Übernahme von Verantwortung durch Getaufte angewiesen sind", sagte Tewes.

Quelle: KNA