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Abkommen gegen Organhandel

UN und Europarat fordern ein internationales Abkommen gegen Organhandel.

Straßburg/New York. Eine gemeinsame Studie von Europarat und Vereinten Nationen fordert ein internationales Abkommen gegen Organhandel. Dabei müsse das Verbot im Mittelpunkt stehen, mit dem menschlichen Körper und seinen Teilen Gewinn zu erzielen, teilte der Europarat am Dienstagabend in Straßburg mit. Laut Schätzungen kämen fünf bis zehn Prozent aller Nierentransplantationen weltweit durch Organhandel zustande.

Die UN- und Europarats-Studie fordert, freiwillige Organspenden stärker zu ermutigen, um die Knappheit an Spenderorganen zu vermindern. Dabei solle der Spendenentnahme bei Verstorbenen gegenüber Lebendspenden Priorität gegeben werden. Daneben müssten genauere Daten über den Umfang illegalen Organhandels erhoben werden. Bislang hätten die Täter nur ein geringes Risiko, entdeckt zu werden, könnten durch Organhandel aber zugleich enorme Gewinne erzielen.

Illegaler Organhandel finde oft in Form von „Transplantations-Tourismus“ statt, so die Studie. Dabei reisten die häufig aus reichen Industrieländern stammenden Empfänger in Staaten, wo es keinen ausreichenden Schutz der Spender gebe. Die Autoren der Studie unterstreichen, ein Teil des Problems sei auch der Menschenhandel zum Zweck der Organentnahme. Menschenhandel und Organhandel müssten mit unterschiedlichen Mitteln bekämpft werden.

Die brasilianische Regierung arbeite schon an Projekten, die den Menschenhandel bekämpfen sollen, sagte Romeu Tuma Júnior vom Justizministerium. Weiter sei er der Meinung, dass diejenigen, die vom Menschenhandel profitieren und dafür bezahlen, bestraft werden sollten.

Autor: kna/jam