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Abholzung am Amazonas steigt sprunghaft

Die Abholzung in der Amazonasregion ist nach Rückgängen in den vergangenen Jahren nun wieder sprunghaft angestiegen. Nach neuesten Regierungsdaten, die die Entwicklung innerhalb der vergangenen neun Monate wiedergibt, beschleunigte sich die Waldzerstörung zwischen August 2010 und April 2011 um 27 Prozent. Die tatsächliche Vernichtung könnte sogar noch höher sein, berichtet die brasilianische Presse (Donnerstag Ortszeit). Da große Teile des Bundesstaates Para, in dem traditionell etwa 80 Prozent aller Abholzungen registriert werden, über Monate unter einer dichten Wolkendecke lagen, habe man dort keine zuverlässigen Daten via Satellitenüberwachung erheben können.

Besonders im März und April wurden den Berichten zufolge neue, großflächige Abholzungen festgestellt. Im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum stiegen die Abholzungen um fast 50 Prozent an. Experten sehen einen Zusammenhang mit der Diskussion um ein neues Waldgesetz. Es wird derzeit im Kongress beraten und soll eine Amnestie für illegale Abholzungen beinhalten. Landbesitzer könnten so in Erwartung der Amnestie noch einmal ungehemmt gerodet haben, glauben Umweltschützer.

Allein im Bundesstaat Mato Grosso 733 Quadratkilometer Wald gerodet

Das Umweltministerium zeigte sich in einer ersten Reaktion besorgt und kündigte die Entsendung von 500 zusätzlichen Beamten zur Kontrolle in den am stärksten betroffenen Regionen an. Besonders im Bundesstaat Mato Grosso an der südlichen Grenze der Amazonasregion haben sich die Zahlen laut den Berichten stark erhöht. Allein hier sollen gut 733 Quadratkilometer Wald geschlagen worden sein, ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Auch im Bundesstaat Amazonas, der dank seiner isolierten Lage in Zentralamazonien bisher von großflächigen Abholzungen verschont blieb, seien die Rodungen von 87 Quadratkilometern 2009/2010 auf nun 160 Quadratkilometer dramatisch gestiegen. Im August will die Regierung ihren Jahresreport zur Abholzung in der Amazonasregion vorlegen. Dabei werden die von August 2010 bis August 2011 gesammelten Daten präsentiert.(KNA)