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Abholzung am Amazonas nimmt wieder zu

Experten rechnen mit einem Neuanstieg von Rodungen im Amazonas-Urwald. Nach zuletzt vier Jahren Rückgang hätten Fachleute anhand von Satellitenbildern eine Zunahme der Abholzungen um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgemacht, berichten brasilianische Medien am Dienstag, 12. November. Genaue Zahlen werde es erst am Monatsende geben. Schuld an der Trendwende sollen auch korrupte Angestellte der Umweltbehörde IBAMA sein. Sie hätten geschützte Flächen für den Kahlschlag freigegeben, heißt es weiter. Einige IBAMA-Angestellte seien deswegen bereits entlassen worden.

Im vergangenen Jahr war die neu abgeholzte Fläche am Amazonas offiziell auf rund 4.600 Quadratkilometer zurückgegangen; das war der tiefste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. 2004 wurden noch rund 28.000 Quadratkilometer gerodet. Seitdem verstärkten die Umweltbehörde und die brasilianische Bundespolizei ihre Kontrollen. 2009 sanken die Rodungen erstmals unter die Marke von 10.000 Quadratkilometern. Diese Fläche wurde bis 2012 noch einmal halbiert.

Zu den mutmaßlichen Abholzungen in Schutzzonen äußerte sich Brasiliens Regierung zunächst nicht. Mit einer Stellungnahme wird in Zusammenhang mit der Veröffentlichung der amtlichen Statistik gerechnet. Die Umweltbehörde kündigte unterdessen an, den Kampf gegen die illegalen Rodungen fortzusetzen. Allein 2012 seien umgerechnet rund 500 Millionen Euro Strafgelder verhängt worden, so die Behörde. 2013 werde diese Summe noch höher liegen.

Quelle: KNA