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Abholzung am Amazonas hat sich nahezu vervierfacht

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Brandrodung im Hinterland von Santarém, Brasilien. Foto (Archivbild): Adveniat/Jürgen Escher

Im Juli wurden 2.255 Quadratkilometer Wald gerodet, ein Anstieg von 278 Prozent gegenüber dem Juli 2018, berichten lokale Medien. Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte die alarmierenden Zahlen zuletzt als Lügen bezeichnet und die Führung der staatlichen Behörde ausgewechselt, die die Abholzung misst. Bereits im Juni hatte das staatliche Forschungsinstitut Inpe einen Anstieg der Abholzung von 88 Prozent ermittelt. Bolsonaro hatte Institutsleiter Ricardo Galvao daraufhin scharf kritisiert. Die Daten an die Presse weiterzugeben sei unverantwortlich und schade dem Image Brasiliens, so Bolsonaro. Sein Gefühl sage ihm zudem, dass die Zahlen nicht stimmen könnten. Am vergangenen Freitag wurde Galvao schließlich entlassen.

Zu Beginn dieser Woche wurde der Nachfolger vorgestellt. Darcton Damiao, ein Militär, kündigte an, zukünftig hohe Abholzungszahlen erst einmal an Bolsonaro und das Umweltministerium weiterzuleiten, bevor die Daten publiziert werden. Bisher werden die Daten automatisch online gestellt und sind für jedermann einsehbar. Damiao betonte in einem Interview, dass er sich noch keine Meinung über den globalen Klimawandel gebildet habe. Er könne nicht sagen, ob es Beweise für eine Erderwärmung gebe oder nicht. Bolsonaro sowie Außenminister Ernesto Araujo gelten als Leugner des Klimawandels; das Institut Inpe galt bisher jedoch weltweit als renommiertes Klimainstitut.

Brasiliens Regierung ist zuletzt wegen der zunehmenden Abholzung in die Kritik geraten. So berichtete das Wirtschaftsmagazin "The Economist" breit über das Thema Abholzung am Amazonas und kritisierte Bolsonaro für mangelnden Umweltschutz. Auch europäische Regierungen, vor allem Frankreich und Deutschland, übten Kritik an Brasilien.

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