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Aachener Friedenspreis an Marco Arana

Der 47-jährige Priester Marco Arana aus der nordperuanischen Stadt Cajamarca ist mit dem diesjährigen Aaachener Friedenspreis geehrt worden. Arana verteidigt als Mitglied der Nichtregierungsorganisation GRUFIDES seit vielen Jahren die ökologischen und sozialen Rechte der armen Landbevölkerung gegen Yanacocha, das größte Goldbergwerk Südamerikas vor den Toren Cajamarcas. Für sein Engagement wurde Marco Arana 2004 mit dem Peruanischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet. 2009 bezeichnete ihn die US-amerikanische Zeitschrift „Time“ als „Held der Umwelt“.

Die Informationsstelle Peru e.V., der Zusammenschluss der entwicklungspolitisch tätigen Peru-Gruppen in Deutschland, und ihre Mitgliedsgruppen begrüßten die Vergabe des Aachener Friedenspreises an Padre Marco Arana. Sie unterstützen seit über 45 Jahren die Bevölkerung Cajamarcas in ihrem Bestreben auf ein menschenwürdiges Leben und einen ökologisch und sozial verträglichen Goldabbau. Zusammen mit Hilfswerken und anderen entwicklungspolitischen Organisationen initiierten sie die Kampagne „Bergwerk Peru: Reichtum geht – Armut bleibt.“

Padre Marco Arana habe eine wichtige Vermittlerfunktion zu den deutschen Solidaritätsgruppen inne, so die Informationsstelle Peru e.V.. Er habe Besuche und Informationen aus erster Hand vermittelt und persönliche Begegnungen zwischen deutschen Gruppen und ihren Partnerinitiativen in Peru ermöglicht. Das Problem des Goldabbaus in Cajamarca und in anderen Regionen Perus sei in der Peru-Solidaritätsarbeit immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Der unmäßige Rohstoffabbau in dem Andenland führe zwar zu einem hohen Wirtschaftswachstum. Dieses gehe jedoch auf Kosten der lokalen Bevölkerung und ihrer Umwelt. Lokale Ressourcenkonflikte zwischen Kommunen, Bauern- und Indigenenverbänden und Bergbaukonzernen und der sie unterstützenden Zentralregierung seien in Peru an der Tagesordnung. Bei einigen Konflikten habe es Tote gegeben. Padre Marco und GRUFIDES hätten durch ihr Eingreifen erfolgreich zur Deeskalation beigetragen.

Der Aachener Friedenspreis sei, so die Informationsstelle Peru, ein wichtiges internationales Zeichen. Es stärke die Interessen der ländlichen Bevölkerung in diesem Konflikt und prangere die Umweltzerstörung durch ungezügelten Rohstoffabbau an.