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95 Prozent weniger Geld für Kampf gegen Klimawandel

Brasiliens Regierung hat die Mittel für den Kampf gegen den Klimawandel nahezu komplett gestrichen. Das berichten örtliche Zeitungen am Dienstag, 7. Mai 2019.

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Ausgetrockneter Boden im Chaco in Paraguay. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Demnach waren im Haushalt des zuständigen Umweltministeriums umgerechnet ohnehin nur rund 2,7 Millionen Euro für Maßnahmen gegen den Klimawandel vorgesehen, diese seien nun um 95 Prozent gekürzt worden. Die Regierung von Präsident Jair Messias Bolsonaro steht Programmen gegen den Klimawandel skeptisch gegenüber. Das Umweltministerium muss zudem sein Gesamtbudget angesichts der leeren Staatskassen um rund ein Viertel kürzen. Für Programme zur Müllvermeidung werden den Angaben zufolge rund 80 Prozent weniger zur Verfügung stehen, für Maßnahmen gegen Waldbrände 40 Prozent weniger. Auch andere Ministerien sind von den Kürzungen betroffen. Beobachter glauben, dass Bolsonaro so den Kongress unter Druck setzen will, seine Rentenreform anzunehmen.

Bolsonaro war im Januar mit dem Versprechen angetreten, Umweltschutzauflagen zu lockern. Er hat obendrein nicht ausgeschlossen, aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 auszusteigen. Weltweit sehen Experten Brasilien jedoch als entscheidend an für den Erfolg einer globalen Klimapolitik. So verfügt das südamerikanische Land über den größten tropischen Wald sowie die weltweit wichtigsten Süßwasserreserven.

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