Kolumbien |

890.000 Menschen indigener Herkunft langfristig bedroht

Nach Angaben des Nationalen Indigenen Rates (Organización Nacional Indígena de Colombia - Onic) sind rund 890.000 Menschen indigener in Kolumbien langfristig in ihrer Existenz bedroht. Umgerechnet auf die insgesamt 102 indigenen Stämme des südamerikanischen Landes hieße dies, dass 66 Gemeinden in Gefahr seien, ihre Existenzgrundlage zu verlieren, berichtet die Tageszeitung "El Espectador" unter Berufung auf eine Anhörung des Indigenenverbandes vor dem Verfassungsgerichtshof Kolumbiens.

Grund für die pessimistische Prognose seien vor allem nicht eingelöste Versprechen der Ministerien, nachhaltige politische Zielsetzung auch in die Realität umzusetzen. So seien im Jahr 2009 konkrete Hilfsmaßnahmen für 35 Stämme im Regenwald beschlossen worden, die allerdings in der politischen Bürokratie versandet seien. Seit der ersten Anhörung 2004 habe sich die Prognose für die Nachfahren der Ureinwohner sogar weiter verschlechtert, berichtet „El Espectador“. Der bewaffnete Konflikt zwischen paramilitärischen Gruppen, der Guerilla und der regulären Armee, illegaler und legaler Bergbau und illegaler Landraub seien derzeit die größten Gefahren. Insgesamt leben in Kolumbien nach offiziellen Angaben rund 1,5 Millionen Menschen indigener Herkunft, die sich auf 102 Stämme verteilen. (TK)