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70 Jahre ohne Armee: Viel Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales

Die Stadt La Fortuna in Costa Rica (Foto: Maxine27, Pixabay, CC0)

Anlässlich der historischen Entscheidung in Costa Rica vor 70 Jahren auf bewaffnete Streitkräfte zu verzichten und den Verzicht auf ein stehendes Heer in die Verfassung von 1949 zu schreiben, haben Historiker und Statistiker die sozial-ökonomischen Vorteile des Armee-Verbots aufgelistet. Im ganzen mittelamerikanischen Land hatte es am Wochenende Feierlichkeiten zum Jahrestag der Armee-Abschaffung gegeben, so lokale Medienberichte.
 
Neben dem einzigartigen internationalen Image als Land des Pazifismus und der politischen Stabilität seien die Folgen der Entscheidung von Präsident José Figueres aus dem Jahr 1948 auch in harten Zahlen messbar, laut einem Bericht der Universität Costa Rica (UCR). Die staatlichen Ausgaben für Soziales hätten sich in den ersten 25 Jahren nach dem Armee-Ausstieg um das Fünffache von 2,6 Prozent auf 13,4 Prozent gesteigert, berichtet die Tageszeitung „El País“ über die am Sonnabend, den 1. Dezember 2018 vorgestellte Studie.
 
Die Bildungsausgaben sei durch die Entmilitarisierung im selben Zeitraum von 15 auf 35 Prozent der Regierungsausgaben gestiegen. Die Zahl der Schulen im Land verdreifachte sich bis 1974 auf 2610 Bildungseinrichtungen. Die Ausgaben fürs Gesundheitssystem stiegen auf 29 Prozent des öffentlichen Haushaltes. Die Zahl der Sozialversicherten im Land verdreifachte sich auf 66 Prozent der Bevölkerung. Aber auch die Wirtschaftskraft stieg nachweislich, so die Forscher, das Durchschnittswachstum kletterte von 1,33 Prozent auf 2,44 Prozent und damit auf Platz 2 in Lateinamerika in dieser Zeit. Die gute Wirtschaftslage spiegelte sich in der politischen Stabilität wieder, in 70 Jahren ohne Armee gab es nur einen Putschversuch (1955), dieser konnte diplomatisch befriedet werden. (bb)