Guatemala |

53 Prozent der Bevölkerung von Armut betroffen

In Guatemala nimmt die Zahl der Armen weiter zu. Dies geht aus der am 15. November in Guatemala-Stadt vor Pressevertretern vorgestellten „Untersuchung über die Lebensbedingungen 2011“ (Encovi-2011) der nationalen Statistikbehörde (INE) hervor. Demnach leben gegenwärtig 53,7 Prozent der Guatemalteken in Armut, das sind 2,7 Prozent mehr als noch im Jahr 2006. Umgerechnet sind dies 14,7 Mio. Einwohner, die täglich höchstens 24 Quetzales (2,20 €) zum Leben haben. Rund 1,9 Mio. Guatemalteken leben in extremer Armut und haben täglich maximal 12 Quetzales zur Verfügung.

Die Zahl der von extremer Armut Betroffenen sei jedoch leicht zurückgegangen, erklärte Pablo Toledo, Koordinator der Untersuchung. Durch Sozialprogramme der Regierung habe man etwa 900.000 Familien aus der extremen Armut holen können. „Die Untersuchung zeigt, dass es eine Entwicklung weg von [der Kategorie] der extremen Armut hin zur [Kategorie der] Armut gibt“, zitiert die guatemaltekische Zeitung „Prensa Libre“ in ihrer Online-Ausgabe den Leiter der Studie.

Überdurchschnittlich von Armut betroffen sind die Department Solalá im Südwesten des Landes und Totonicapán, im südlichen Zentrum. In Solalá sind 91 Prozent der Bevölkerung arm und mehr als ein Drittel (35 Prozent) lebt in extremer Armut. In Totonicapán sind knapp 86 Prozent von Armut betroffen. Auch dort haben fast 35 Prozent der Bewohner weniger als 12 Quetzales täglich zur Verfügung. Aus der Studie geht auch hervor, dass Indigene durchschnittlich 23 Prozent weniger verdienen, als im landesweiten Durchschnitt.

Für die Studie wurden 58.500 Interviews durchgeführt. Die Armut wurde relativ zur Bevölkerung gemessen. (bh)