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52 Arbeiter aus sklavenähnlichen Verhältnissen befreit

Bei der Durchsuchung der Hazienda São Gabriel in Landbezirk Tailandia (Bundesstaat Pará) haben die Behörden Ende Januar 52 Arbeiter aus sklavenähnlichen Verhältnissen befreit. In der Gruppe, die Zaunpfähle herstellte, befanden sich nach Angaben des Arbeitsministeriums auch vier Jugendliche sowie eine schwangere Frau.

Besitzer streitet sklavenähnliche Verhältnisse ab

Zwei der Jugendlichen im Alter von 13 und 14 Jahren hätten mit Äxten beim Fällen und Bearbeiten von Stämmen geholfen, ein 16-Jähriger habe mit einer Machete den Weg für den Transport der großen Stämme freigemacht. Laut Internationaler Arbeitsorganisation ILO und brasilianischer Gesetzgebung gehören derartige Tätigkeiten zu den schlimmsten Formen der Ausbeutung von Kinderarbeit. Die verrichteten Waldarbeiten werden auf einer Risikoskala von eins bis vier in die Kategorien drei bis vier eingeordnet, so die zuständige Staatsanwältin des Ministeriums, Inés Almeida.

Ronaldo de Araújo Costa, Besitzer der Hazienda, bestritt die Ausbeutung der Kinder und die sklavenähnlichen Arbeitsverhältnisse. Die Jugendlichen hätten „freiwillig“ diese Tätigkeiten verrichtet als die Razzia begonnen hätte, erklärte er.

Die Staatsanwältin unterstrich hingegen, sie habe keine Zweifel: Die Jugendlichen hätten als „Anspitzer“ gearbeitet und die Stämme mit Äxten an einem Ende bearbeitet, so dass sie dann als Pfähle für Einfriedungen verwendet werden konnten. „Sie arbeiteten an den Spitzen des Zuges – es gibt keine Zweifel“, so Almeida. Bei der Durchsuchung wurden außerdem elf Waffen sichergestellt, die nach Aussage des Besitzers für die Jagd verwendet worden seien.

Eigentümer wälzt Verantwortung auf Subunternehmer ab

Eine vierte Jugendliche habe im Camp Essen gekocht, die Schwangere sei völlig isoliert im Wald angetroffen worden, auch einige Arbeiter hätten bis zu zehn Kilometer von den sieben Arbeitsplätzen entfernt ihr Lager gehabt: „Die Arbeiter lebten in Zelten, ohne irgendeine Infrastruktur. Sie nahmen Wasser aus Beregnungskanälen, in denen das Wasser zum Teil stand und nicht floss", so die Staatsanwältin. Das Wasser sei dunkel und schmutzig gewesen, es habe auch keine Waschgelegenheiten gegeben. „Sie lebten unter sehr schlechten Bedingungen“, so Almeida.

Der Besitzer der Hazienda, Rondaldo Pinhoto, sieht sich jedoch nicht in der Verantwortung für die miserablen Arbeitsbedingungen der Waldarbeiter, da er die Verrichtung der Forstarbeiten einem anderen Unternehmen übertragen habe. Die gefertigten Pfähle wurden jedoch vom Eigentümer verkauft, der 30 Prozent des Erlöses einbehielt und 70 Prozent an den Vorarbeiter jedes Platzes auszahlte. (bh)

Quelle: Adital