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518 Jahre nach 1492

Wie jedes Jahr begehen die Länder Lateinamerika sowie Spanien den heutigen 12. Oktober mit einem Feiertag. 1913 vom spanischen Minister Faustino Rodríguez-San Pedro eingeführt, hat sich die ursprüngliche Bezeichnung des Feiertages als »Tag der Rasse« so gut wie überall verändert. Anfang des 21. Jahrhunderts bezog sich der Begriff der Rasse auf die Vorstellung einer kulturell-ethnischen Gemeinsamkeit.

Dem damaligen Präsidenten der Ibero-Amerikanischen Union schwebte eine symbolträchtige Festivität vor, die beide Kontinente wegen ihrer Geschichte, Kulturen und Menschen miteinander verbindet. Das Datum, die Landung von Christoph Kolumbus in der »Neuen Welt«, wurde allenortens beibehalten.

In Spanien war der »Dia de la Raza« während der Franco-Diktatur zum »Tag der Hispanität« umgetauft worden, der heute als »Nationalfeiertag« begangen wird. Venezuela feiert den »Tag des indigenen Widerstandes«. In Argentinien ist der 12. Oktober zum »Tag der kulturellen Vielfalt Amerikas« erklärt worden, in Chile zum »Tag der Entdeckung zweier Welten«.

Abseits der namentlichen Bezeichnung des 12. Oktobers markiert das Datum die Entstehung einer neuen Identität als ein Ergebnis des Zusammentreffens und der Vermischung der Völker des amerikanischen Kontinents und der spanischen Kolonisatoren. (bb)