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45 Morde an Journalisten in 2012

»Obwohl in der Region kein Krieg herrscht« sind 2012 in acht Staaten Lateinamerikas insgesamt 45 Morde an Medienvertretern begangen worden. Dies geht aus dem jüngsten Jahresbericht der Lateinamerikanischen Journalistenvereinigung (FELAP) hervor. An der Spitze des traurigen Rankings steht Mexiko (17 Tote), gefolgt von Brasilien (zehn Tote), Honduras (neun Tote), Bolivien (vier Tote) und Kolumbien (zwei Tote).

In Argentinien, Ecuador und Haiti wurde im vergangenen Jahr je ein Journalist ermordet. Das Durchschnittsalter der Opfer betrug laut FELAP-Angaben 38,7 Jahre. Insgesamt vier der getöteten Journalisten waren Frauen, so der auf der Internetseite einzusehende Bericht. Zusammengetragen hat die Fälle die Kommission zur Untersuchung von Angriffen auf Journalisten (CIAP), die sich 1991 auf Vorschlag von FELAP und der Internationalen Journalistenorganisation (OIP) gegründet hatte.

Die Straftaten in Mexiko seien zum Großteil dem Drogenkrieg in einem »Szenario wachsender Korruption im Staatsapparat« zuzuschreiben. In Brasilien würden Waffenschmuggler, Drogenhändler und korrupte Politiker im Grenzgebiet für die Ermordung kritischer Journalisten verantwortlich sein. In Honduras sei die Zahl getöteter Medienvertreter nach dem Putsch gegen Präsident Manuel Zelaya im Jahr 2009 explodiert. Diese hätten »für ein Land mit acht Millionen Einwohner ein ungewöhnlich hohes Niveau erreicht«, so die Kommission. In Bolivien seien Journalisten Opfer krimineller Banden geworden, die sich auf Überfälle des öffentlichen Transportwesens spezialisiert hätten. (bb)