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40 Journalisten im vergangenen Jahr ermordet

Im vergangenen Jahr sind in Lateinamerika 40 Journalisten in Ausübung ihrer Tätigkeit ermordet worden. Die Opfer verschiedener Formen von Gewalt verteilen sich auf sechs Länder. Dies geht aus dem Jahresbericht einer Kommission des lateinamerikanischen Journalistenverbandes FELAP hervor.

Im Jahr 2009 waren 32 ermordete Journalisten aus acht Ländern zu beklagen. Die traurige Rangliste führt unangefochten Mexiko mit 17 Opfern an, es folgen Honduras (10), Kolumbien (7), Brasilien, Ecuador und Guatemala (je 2). Bereits seit Jahren entfällt auf Lateinamerika im weltweiten Vergleich der größte Anteil ermordeter Medienvertreter.

Journalisten in Mexiko vogelfrei

In Mexiko und Kolumbien werden die Morde von den Drogenkartellen verübt, Gewaltverbrechen gegen Journalisten folgt in der Regel keine Strafe. Speziell in Mexiko besteht auch kein ausgeprägtes Interesse der Behörden an der Aufklärung der Verbrechen. Was Honduras betrifft, so haben die Morde dort politischen Charakter. Die Zahl der Opfer steht in krassem Gegensatz zur relativ geringen Größe des Landes und seiner Bevölkerung. Beobachter weisen auf die anhaltende Welle der Repression unter Präsident Porfirio Lobo hin, die sich gegen Gegner des Putsches vom Juni 2009 richte. Hiervon bleibe die Presse natürlich nicht verschont.

Zur Bilanz der Gewalt gegen Journalisten kommen weitere Attentate hinzu auf jene, die mit ihrem Beruf für die Meinungsfreiheit eintreten. So gab es zum Beispiel Schüsse auf die Redaktion der mexikanischen Zeitung “El Sur de Acapulco“. (bs)

Quelle: alai