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4-Milliarden-Euro-Programm zur Dürrebekämpfung

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat ein gut neun Mrd. Reais (ca. vier Mrd. Euro) teures Programm zur Bekämpfung der anhaltenden Dürre im Nordosten des Landes verkündet. Damit soll vor allem Kleinbauern geholfen werden, deren Ernten unter der seit einem Jahr anhaltenden außergewöhnlichen Trockenheit leiden. Aber auch für den Bau von Brunnen und Zisternen stehen Regierungsgelder bereit. Die derzeitige Dürre gilt als schlimmste der letzten 50 Jahre.

Mehr als drei Mrd. Reais stellt die Regierung verschuldeten Kleinbauern zur Verlängerung ihrer Darlehen zur Verfügung, 350 Millionen Reais stehen für Notkredite bereit. Zudem garantiert die Regierung Festpreise für Mais, ein Produkt, das besonders unter der Dürre gelitten hat. Mit weiteren zwei Mrd. Reais soll der Ankauf von Erntemaschinen unterstützt werden.

Das Programm richtet sich aber auch direkt an die unter dem Wassermangel leidende Bevölkerung. So stehen für den Bau von Brunnen und Zisternen gut 800 Millionen Reais bereit, eben so viel wird an Bewohner besonders hart betroffener Regionen als Unterstützungszahlung vergeben. Zudem finanziert die Regierung den Einsatz von Tanklastzügen, die Wasser an Not leidende Familien verteilen.

In den Medien des Landes wird hinter dem Hilfspaket aber auch ein wahltaktisches Manöver der Präsidentin vermutet. Die Sofortmaßnahmen wurden von Rousseff auf einem Treffen mit den Regierungschefs der Bundesländer des Nordostens verkündet, darunter dem Gouverneur des Bundeslandes Pernambuco, Eduardo Campos. Dieser gilt als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahlen Ende 2014 und damit als direkter Konkurrent von Rousseff.

Besonders unter der Bevölkerung des Nordostens ist Campos äußerst beliebt. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen hatte er stets die regierende Arbeiterpartei PT von Ex-Präsident Lula da Silva und dessen Nachfolgerin Rousseff unterstützt. In den letzten Wochen hat Campos jedoch mit Oppositionsparteien Kontakt aufgenommen, was zu Spekulationen über seine Kandidatur führte. Die Maßnahmen der Regierung zur Dürrebekämpfung bezeichnete Campos übrigens als nicht ausreichend. (tm)