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3. Internationaler Frauenmarsch

"Seguiremos en marcha hasta que todas seamos libres" - „Frauen in Bewegung, bis wir alle frei sind.“ Unter diesem Motto findet in diesem Jahr die 3. Internationale Aktion des Frauenmarsches in São Paulo statt. Er ist eine von zahlreichen Aktionen am 8. März, dem Weltfrauentag, der schon seit 100 Jahren weltweit begangen wird.

Vom 8. bis zum 18. März findet der „Marcha Mundial de las Mujeres“ (MMM) statt. 3.000 Frauen werden dazu aus den verschiedenen Regionen Brasiliens erwartet. Schon jetzt gibt es vorbereitende Treffen und Initiativen, mit denen die Frauen auf sich aufmerksam machen.

Straßenblockade in Rio Grande do Sul

Am 28. Februar haben sich bereits in Belo Horizonte, Minas Gerais rund 80 Frauen aus dem Bergbau getroffen und ihre Teilnahme am großen Marsch geplant. Außerdem wurde gestern (4.3.) eine Landstraße im Süden Brasiliens für anderthalb Stunden blockiert. Fast 400 Frauen blockierten die RS 569 zwischen Palmeira das Missões und Novo Barreiro in Bundesstaat Rio Grande do Sul. Sie demonstrierten gegen Gewalt gegen Frauen. Im vergangenen Jahr gab es in Palmeira das Missões (ca. 34.000 Einwohner) 234 Fälle sexueller Gewalt, sagte Elisiane Jahn von der Bäuerinnen-Bewegung „Movimento de Mulheres Camponesas „(MMC). Für sie war die Straßenblockade der Auftakt zu den Aktionen rund um den Weltfrauentag, die weltweit dieses Jahr stattfinden.

Kampf um Gleichberechtigung

Ab dem 8. März gibt es in São Paulo zehn Tage lang ein festes Programm. Jeder Tag hat einen anderen Schwerpunkt: u.a. wirtschaftliche Unabhängigkeit, der Konflikt um die Ländereien, Sexualität, Autonomie und Freiheit, indigene Frauen, Nahrungssouveränität, der Kampf gegen sexuelle Gewalt. Die Frauen setzen sich für die Erweiterung bereits anerkannter Rechte ein. Neben dem großen Marsch wird es kulturelle Aktivitäten, Solidaritätskundgebungen und Boykottkampagnen geben.

Vier Aktionsbereiche werden bei der weltweiten Aktion besonders hervorgehoben: Frauenarbeit (für den Anspruch aller ArbeiterInnen auf ihre Rechte), öffentliche Güter (gegen die Privatisierung der Natur und des öffentlichen Dienstes), Frieden und Entmilitarisierung sowie Gewalttaten gegen Frauen. Carine Santos, eine Aktivistin aus Belo Horizonte, hebt die Bedeutung des Kampfes an diesem Tag besonders hervor: „Neben Zuwendung und Blumen ist es ein Datum, an dem die Perspektiven des Kampfes gestärkt werden.“

Weltweite Aktionen

Neben Brasilien sind andere aktive Länder Kolumbien, die Philippinen, die Türkei und der Kongo. Auf den Philippinen sind für die Tage vom12. bis zum 14. Mai Aktivitäten geplant, die sich gegen den freien Kommerz und den Frauenhandel richten. In der Türkei wird am 30. Juni eine Versammlung von ca. 250 Aktivisten stattfinden, die unter anderem über lokale Frauenbewegungen aufklären, und in Kolumbien gibt es vom 21. bis zum 23. August ein Frauentreffen gegen Krieg und für Frieden. Hier wird über die Konflikte in Amerika und die Rolle US- Amerikanischer Soldaten in Kolumbien debattiert. Der Kongo organisiert für die Zeit vom 7. bis zum 17. Oktober eine internationale Mobilisierung als Fortsetzung des Frauenmarsches im März in Brasilien. Das Ziel ist die Betonung und Stärkung der Rolle von Frauen bei Konfliktlösungen. Außerdem werden die vier Aktionsbereiche des MMM aufgegriffen. Es stehen Gespräche zur Nahrungssouveränität und Proteste auf den Straßen auf dem Programm.

Das ursprüngliche Ziel der Frauenbewegung bleibt somit aktuell: „Die aktuelle ungerechte Ordnung überwinden, die Gewalt und Armut verursacht, und eine Welt schaffen, die von Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit und Solidarität geprägt ist.“

Text: Hannah Lepping