Ecuador |

24-jährige Indigene mit WWF-Preis ausgezeichnet

Preisträgerin Nina Gualinga (Copyright: Nina Gualinga / WWF)
Preisträgerin Nina Gualinga (Copyright: Nina Gualinga / WWF)

Der Preis der Naturschutzorganisation würdigt den Einsatz von jungen Menschen im Alter von unter 30 Jahren für den Erhalt der Umwelt.

In der Region der Gemeinde Sarayaku im Amazonastiefland Ecuadors leben etwa 1.250 Angehörige des Volkes der Kichwa. Sie leisten bereits seit Jahrzehnten Widerstand gegen die Förderung von Erdöl auf ihrem Territorium. Seit dem Jahr 2003 unterstützt die Tropenwaldstiftung Oro Verde (Grünes Gold) mit Sitz in Bonn diesen Kampf.

Nina Gualinga ist eine Anführerin der Kiwcha. Sie kämpft für den Schutz des Amazonasgebietes seit sie acht Jahre alt ist. In der kolumbianischen Tageszeitung „El Espectador“ wird sie mit den Worten zitiert, dass ihr Vater ihr einst erklärte, dass ohne den Regenwald des Amazonasgebietes die Welt nicht atmen würde. Da habe sie beschlossen, eine Anführerin zu werden.

Schon in den 1940er Jahren Begehrlichkeiten nach Öl

Die Gemeinde von Ninas Kiwcha erstreckt sich über eine Fläche von etwa 1.350 Quadratkilometern, überwiegend bedeckt von unberührten Wäldern. Bereits in den 1940er Jahren richtete sich das Interesse von Erdölunternehmen auf das Gebiet. Seit Ecuadors Regierung 1989 eine Konzession für den sogenannten Bloque 10 erteilte, setzte ein Tauziehen um die Ölförderung ein. 1996 marschierten die Kiwcha von Sarayuku in Ecuadors Hauptstadt Quito, um ihre Ablehnung zu bekunden. Im Vorfeld wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt, da ein argentinisches Unternehmen eine Konzession erhielt. Von 2002 bis 2004 wurden im Rahmen von Erdölerkundungen 1,4 Tonnen Sprengstoff im Regenwald vergraben.

Versuch, Zustimmung für 10 Dollar pro Person zu kaufen

Nina erinnert sich, dass das Unternehmen den Indigenen 10.000 Dollar bot etwa 10 Dollar pro Person. Für die Explorationen wird Wald gerodet, und für die indigene Kultur wichtige Pflanzen werden vernichtet. Am 2. Dezember 2016 trugen die Kiwcha ihren Fall vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte vor, der zu ihren Gunsten entschied.

Gualinga zufolge sind die Lebensbedingungen dort, wo in Ecuadors Amazonasgebiet Öl gefördert wird, schrecklich. Es handele sich um die ärmsten Regionen. Menschenrechtsverletzungen ließen sich nicht mit wirtschaftlichen Argumenten rechtfertigen. Vor wenigen Wochen gelang es Nina, gemeinsam mit anderen Frauen, von Ecuadors Präsident Lenin Moreno zu einem Gespräch empfangen zu werden. Sie überreichten ihm eine Sammlung ihrer politischen Forderungen, vor allem die Ölförderung und den Bergbau im Regenwald betreffend.

Mensch greift in natürliches Gleichgewicht ein

Nina nahm 2015 an der UN-Klimakonferenz in Paris teil, ebenso an vielen weiteren Treffen, die sich mit indigenen und Umweltfragen beschäftigten. Indigene spielten eine entscheidende Rolle beim Schutz des Amazonasgebietes und der Welt. Schon früh sei ihr beigebracht worden, dass alles miteinander verbunden sei: Menschen, Tiere, Pflanzen, spirituelle Wesen. Alles stehe in einem natürlichen Gleichgewicht. (bs)