Mexiko |

2010 gewaltsamstes Jahr für Frauen in Chihuahua

Die Organisation Gerechtigkeit für unsere Töchter hat im Jahr 2010 446 vorsätzliche Morde an Frauen erfasst. Im Zeitraum von 1993 bis 2002 waren es demnach 413 Morde.

Norma Ledezma, Koordinatorin der Organisation, präzisierte in einer Meldung, dies bedeute, dass alle 20 Stunden eine Frau ermordet worden sei. „August und Oktober waren die gewaltsamsten Monate – man registrierte jeweils 51 und 62 Morde“.

Nach Angaben von Gerechtigkeit für unsere Töchter wies Ciudad Juárez im Jahr 2010 den höchsten Grad an Gewaltdelikten gegenüber Frauen auf: “306 der 446 vorsätzlichen Morde wurden in diesem Municipio begangen, was 69 Prozent der gesamten in Chihuahua registrierten Fälle ausmacht.“

"totale Straflosigkeit" für die Täter

Der Anstieg der vorsätzlichen Morde spiegele nur wider, dass der Feminizid mit unangemessenen Mitteln bekämpft werde, erklärte Irene Miramontes, ebenfalls von dieser Organisation, in einem Telefoninterview.

Zwar existieren verschiedene Mechanismen wie Gesetze und Institutionen, doch hätten diese ihren Zweck nicht erfüllt. Hinzu käme der Anstieg der Unsicherheit und das gewalttätige Klima im Staat.

“Das Umfeld ist optimal für die Männer, welche Frauen töten, da sie wissen, dass sie strafrechtlich nicht verfolgt werden und so fühlen sie sich den Frauen überlegen und können mit ihnen machen was sie wollen“ so die Aktivistin.

Nach Informationen lokaler Tageszeitungen sind im Lauf dieses Jahres (2011) schon fünf Frauen ermordet worden; zwei von ihnen sind in Ciudad Juárez sexuell missbraucht, gefoltert und getötet worden. Die Opfer waren zwischen 20 und 25 Jahren alt.

Quelle: cimac in Poonal