Brasilien |

200 indigene Familien bekommen Land

Der 18 Jahre lange Kampf um ihr Land hat sich endlich ausgezahlt. Indios vom Stamme der Pataxós haben mit Freude die Entscheidung der Justiz aufgenommen, ihnen 2,100 Hektar Land im Bundesstaat Bahia zuzuteilen. Dieses soll demnächst per präsidentiellem Dekret in ein Indioreservat umgewandelt werden. Nach Aussagen von Stammesvertretern werden gut 200 Familien mit insgesamt 900 Indios auf dem jetzt zugeteilten Land siedeln.

Bei dem Land handelt es sich um ein "Aldeia Velha" genanntes Gebiet im Süden des Bundesstaates Bahia. Das Gebiet war im Jahre 1993 von 46 Indiofamilien besetzt worden. Sie erklärten damals, dass das zu der Plantage "Santo Amaro" gehörende Gebiet auf traditionellem Indioland liegen würde. Nach einem Monat wurden die Indios damals jedoch wieder von dem Gebiet vertrieben. Erst 1998 besetzten sie das Gebiet erneut.

Insgesamt haben die Pataxós gut 20,000 Hektar Land in der Region besetzt. Sie vertreten die Auffassung, dass es sich hierbei um ihr angestammtes Siedlungsland handelt. In den letzten Jahren war es immer wieder zu Auseinandersetzungen um den Landbesitz mit weißen Landbesitzern und der Polizei gekommen. Insgesamt leben die Pataxós in 21 über die Region verstreuten Dörfern.

Stammesvertreter erklärten, dass nun grundsätzliche Probleme wie fehlende Gesundheitsposten sowie ein mangelhaftes Schulsystem angegangen werden müssten. Der Vertreter der Indiobehörde FUNAI in der Region erklärte, den Indios bei der Lösung der Probleme zur Seite zu stehen. Die FUNAI will zudem 120 Häuser für die Indios auf dem Gebiet der "Aldeia Velha" bauen. (tm)