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20 Tote nach Schießerei zwischen Polizei und Drogenkartell

Lateinamerika Waffe

Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Die Gewalt in Mexiko hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Bei einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Mitgliedern des Drogenkartells „Noreste de Tamaulipas“ im nördlichen Bundesstaat Coahuila sind offiziellen Angaben zufolge mindestens 20 Menschen getötet worden, berichtet die Tageszeitung „Milenio“ am Sonntag, 1. Dezember 2019. Der Vorfall ereignete sich rund 60 Kilometer entfernt von der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Bei den Opfern handele es sich um vier Polizisten, zwei Anwohner und 14 Angreifer.

Augenzeugenberichten und Behördenangaben zufolge, waren am Samstag mehrere Geländewagen des Drogenkartells in die 3.000-Einwohner-Ortschaft Villa Union eingedrungen. Bei einer Polizeikontrolle sei es zu mehreren Schusswechseln zwischen den Beamten und den Kriminellen gekommen, so das Blatt. Auch hätten die Kartellmitglieder versucht, das Rathaus zu stürmen. Nach einigen Stunden seien die Nationalgarde und Armee zu Hilfe gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Um aus der Ortschaft zu fliehen, hätten die Angreifer zwischenzeitlich Kinder und Rathausangestellte als Geiseln in ihre Gewalt gebracht, informierte der Gouverneur des Bundesstaates, Miguel Angel Riquelme.

Der jüngste Angriff eines Drogenkartells hat die Debatte um den Kampf gegen die Drogenkriminalität weiter angeheizt. Kritiker von Mexikos Präsidenten Andrés Manuel López Obrador fordern ein hartes Durchgreifen gegen die Kartelle. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, er werde die mexikanischen Kartelle als terroristische Vereinigungen einstufen, wird in Mexiko als Einmischung in innere Angelenheiten abgelehnt. „Wir brauchen kein Eingreifen von außen, wir brauchen Zusammenarbeit“, so Gouverneur Riquelme. Seit Beginn des Jahres wurden in Mexiko 29.414 Menschen ermordet - so viele Menschen, wie nie zuvor. (bb) 

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