Bolivien |

18 Tote bei Busunglück

Bei einem der verheerendsten Verkehrsunfälle der letzten Jahre sind am Mittwoch Abend in Boliviens Departamento La Paz mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. 31 Überlebende wurden in das nahegelegene Krankenhaus »Arco Iris« gebracht. Der Fahrer des Doppelstockbusses, der mit über 40 Passagieren aus der Hauptstadt La Paz gekommen war, hatte Medienberichten zufolge die Kontrolle des Wagens verloren, woraufhin der Bus in einen rund 200 Meter tiefen Abgrund eines Flusstals stürzte.

Beim Sturz über herumliegende Felsbrocken verlor der Bus der Marke »Nissan Condor« des Transportunternehmens »24 de Agosto« sein Dach, viele Fahrgäste wurden aus ihren Sitzen ins Freie geschleudert, so ein hochrangiger Feuerwehrmann. Angaben der Tageszeitung »La Razón« zufolge geschah der »verheerende Unfall« zwischen 17.00 und 18.00 Uhr im Gebiet von El Castillo auf dem Weg zur Gemeinde La Asunta im bolivianischen Andenwald Los Yungas.

»Ich glaube die Bremsen haben versagt«, sagte ein Zeuge dem TV-Sender Unitel, »Verletzte sind aus dem Bus geklettert, aber es gab keine Hilfe«. Den Unfallablauf beschrieb eine Überlebende. »Der Bus hörte sich wie ein Flugzeug an, es gab nur Schläge und Schläge, ich habe mich im Mittelgang festgehalten bis der Bus im Fluss gelandet ist. Dann wurde ich herausgeschleudert, ich war auf Platz 5 und 6, das Dach ist wie Papier weggeflogen«.

Der zuständige Staatsanwalt Rosario Venegas kündigte eine Untersuchung des Falls an. Gemäß Artikel 261 des Verkehrsgesetzes droht dem Fahrer, der sich vor dem Sturz aus dem Bus ins Freie retten konnte, ein Verfahren wegen Mordes und schwerer Körperverletzung. »Er wurde in einem Zustand am Rande des Nervenzusammenbruchs aufgefunden, wenn die Ärzte ihn untersucht haben wird er in die Büros der Verkehrsbehörde bracht«, so Venegas. Die Straßen in Los Yungas gelten wegen ihrer schlechten Qualität als die gefährlichsten Reiserouten der Welt. (bb)