Bolivien |

17 Verletzte im Umfeld des indigenen Protestmarsches

Im Umfeld des Protestmarsches der indigenen Bevölkerung gegen den Bau einer Autobahn durch den auf indigenem Terrain befindlichen Naturschutzpark TIPNIS (Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure) ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Wie lokale Medien berichten, seien bei der Auflösung von Straßenblockaden, die Unterstützer der Demonstranten errichtet hatten, zwei Polizisten und 15 indigene Demonstranten verletzt worden. Polizei-Kommandant Luis Cardozo bestätigt den Einsatz: "Die Polizei hat ihre Aufgabe für einen freien Transport zu sorgen und die Blockaden aufzuheben erfüllt."

Die von der Regierung geplante umstrittene Nord-Süd-Trasse ist gut 300 Kilometer lang und soll die Anbindung Boliviens ans benachbarte Brasilien verbessern und führt unter anderem direkt durch den Nationalpark Isiboro Secure, in dem etwa 50.000 Indigene verschiedener Völker leben.

Boliviens Staatspräsident Evo Morales warf den Demonstranten vor, ihr Protest sei politisch motiviert und von den USA finanziert. Die Demonstranten weisen die Vorwürfe vehement zurück und begründen ihren Protest mit der Angst vor einem stärker werdenden Einfluss der Drogenmafia und einer Zerstörung der Umwelt in der Region. Beide Seiten werfen sich zudem vor, für einen konstruktiven Dialog nicht zur Verfügung zu stehen. (TK)