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157 Honduraner ins politische Exil geflohen

Mindestens 157 Personen sind aus Honduras ins politische Exil geflohen. Dies erklärte das Komitee der Angehörigen von Verschwundenen in Honduras vor wenigen Tagen gegenüber Pressevertretern. Erst in den letzten Wochen habe man drei Menschen außer Landes gebracht, deren Leben in Gefahr gewesen sei, erklärte die Koordinatorin der Menschenrechtsorganisation COFADEH, Bertha Oliva.

Die Frage, ob Personen aufgrund von politischer Verfolgung aus Honduras geflohen seien, war zum Politikum geworden, nachdem der durch einen Staatsstreich abgesetzte Ex-Präsident Manuel Zelaya erklärt hatte, es gebe Menschen, die ins politische Exil geflohen seien. Der gegenwärtige Staatspräsident von Honduras, Porfirio Lobo, zog diese Äußerungen in Zweifel und verlangte, man möge ihm eine Liste mit den Namen der Flüchtlinge vorlegen.

Todesschwadronen suchen nach Menschenrechtlern

Nach Angaben von Oliva liegen dem Komitee die Namen der Personen vor, die vor der Verfolgung durch den honduranischen Staat geflohen seien, so die Menschenrechtlerin. Die Herausgabe einer solchen Liste sei jedoch völlig unmöglich, da dies das Leben der Geflohenen und ihrer Angehörigen gefährde.

"Obwohl man hier vorgibt, Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte zu schaffen, werden Personen von Paramilitärs steckbrieflich gesucht. Das sind Todesschwadronen, die mit einem Foto in der Hand nach bestimmten Personen fragen und Menschen verfolgen, die eine Führungsposition in ihren Stadtvierteln oder ihren Gemeinden innehaben", erklärt Oliva.

Oliva bezeichnete die Zahl der Flüchtlinge als Skandal, der dem Prozess der Wiederaussöhnung im Land entgegenstehe. COFADEH arbeite vor allem zu politischer Verfolgung, der die Angehörigen der Widerstandsbewegung ausgesetzt seien, so die Menschenrechtlerin, die am 20. Oktober in den USA gemeinsam mit anderen Mitgliedern der „Menschenrechtsplattform Honduras“ den Letelier Moffitt-Preis 2010 entgegennahm. (bh)

Quelle: Adital