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154 Personen starben durch Polizeigewalt

Allein im ersten Halbjahr 2011 sind in der Dominikanischen Republik 154 Personen durch Polizeigewalt ums Leben gekommen. Dies geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor, der am 25. Oktober der öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Bericht wurde auf der Grundlage von Datenmaterial der Generalstaatsanwaltschaft erstellt.

Damit hat sich die ohnehin dramatische Situation gegenüber 2010 noch verschlimmert. Im ersten Halbjahr das Vorjahres waren 29 Personen weniger durch Polizisten zu Tode gekommen. Laut Amnesty werden in dem Karibikstaat durchschnittlich 15 Prozent aller Morde von Polizeiangehörigen begangen.

Morde bleiben meist straffrei

"Die Polizei beschreibt die Umstände meist als ‘Schusswechsel´ mit den vorgeblichen Straftätern. Sie bestätigt, dass die hohe Zahl der Toten eine direkte Folge zunehmender Präventionsarbeit der Polizei ist. Trotzdem wird deutlich, dass die Tötungen durch Polizisten keine rechtliche Grundlage haben“, unterstreicht die Untersuchung von Amnesty International.

Der Bericht kritisiert zudem, dass die meisten dieser Fälle straffrei bleiben. Schuld daran seinen Ineffizienz der Polizeiarbeit, Korruption und schlampige Ermittlungen. Damit werde den Familien Gerechtigkeit verwehrt und zudem das Misstrauen der Bevölkerung in die Polizei weiter bestärkt. Die Menschenrechtsorganisation fordert von der Regierung eine Polizeireform, um den Apparat effizienter zu machen und das Vertrauen der Bevölkerung wieder herzustellen. Grundlage der Polizeiarbeit müsse die Einhaltung der Menschenrechte sein. Amnesty fordert zudem eine bessere Kontrolle der Polizeiarbeit. (bh)

Quelle: Adital