Guatemala |

15 Jahre Gefängnis für Ex-Vizepräsidentin Baldetti

In Guatemala wird Korruption von Politikern weiter stark verfolgt. Die ehemalige Vizepräsidentin Roxana Baldetti muss Medienberichten zufolge wegen Korruption in drei Fällen für mehr als 15 Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Guatemala-Stadt verurteilte die 56-Jährige am Dienstag, dem 9. Oktober 2018, zu 15 Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Es sei bewiesen, dass Baldetti den Staat um drei Millionen Dollar betrogen habe, so die Richter.

Baldetti war Vize-Präsidentin in der Regierung von Präsident Otto Pérez Molina, der bereits wegen Korruption inhaftiert ist, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Gemeinsam mit Molina soll die Frau das kriminelle Netzwerk „La Línea“ geleitet haben, das Firmen gegen die Zahlung von Bestechungsgeldern den Import von Waren am Zoll vorbei ermöglichte. Dem Staatshaushalt seien dem Urteil zufolge Einnahmen in Millionenhöhe entgangen.

Baldetti war eigenen Angaben zufolge unter ärmlichsten Bedingungen aufgewachsen und war als Politikerin schnell zu großem Reichtum gekommen. Die Molina-Vertraute war während der Ermittlungen gegen sie im Mai 2015 zurückgetreten. Das Schmiergeld-Netzwerk war durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit der Vereinten Nationen (Cicig) aufgeflogen. Cicig-Direktor Ivan Velásquez wurde für seinen Einsatz mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. (bb)

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