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140 NGOs gegen Staudamm

In einem offenen Brief an Brasiliens Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva haben 140 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus aller Welt gegen den geplanten Bau des Belo-Monte-Staudammes protestiert. Das Projekt gefährde die Umwelt in der Amazonasregion, heißt es in dem am Mittwoch auf der Webseite der Brasilianischen Bischofskonferenz veröffentlichten Schreiben. Darin wird weiter bemängelt, dass die Entscheidung zum Bau ohne die gesetzlich garantierte Beteiligung der Bevölkerung gefallen sei.

Die NGOs fordern Lula auf, das Projekt sofort zu stoppen. Es berge "verheerende Risiken für die Amazonasregion"; sowohl im sozialen Bereich wie auch für die lokale Umwelt und Wirtschaft. Laut Plänen der Regierung müssen Tausende Ureinwohner-Familien umgesiedelt werden. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Greenpeace und amnesty international. Aus Deutschland haben sich die Organisationen GegenStrömung, Rettet den Regenwald, Menschenrechte 3000 und das Klima-Bündnis beteiligt.

Belo Monte soll ab 2015 ans Netz gehen. Mit 11.200 Megawatt wäre der Staudamm das zweitgrößte Wasserkraftwerk Brasiliens. Ende Januar hatte Brasiliens Umweltbehörde den umstrittenen Plänen zugestimmt. Im April soll das bis zu umgerechnet zwölf Millionen Euro teure Projekt öffentlich ausgeschrieben werden. Umweltschützer und Vertreter von Ureinwohnern kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Pläne. Ende Februar sprachen sich Brasiliens Bischöfe geschlossen gegen das Projekt am Xingu-Fluss aus.

Quelle: kna