Bolivien |

1,4 Millionen Menschen verlassen Armut

In Bolivien ist die Anzahl von in Armut lebenden Menschen drastisch reduziert worden. Dies geht aus einem diese Woche in La Paz vorgestellten Zwischenbericht zur menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen hervor. "Die letzten Jahre waren eine sehr wichtige Zeit für die Verbesserung der Lebensbedingungen der bolivianischen Bevölkerung", konstatiert das Experten-Papier "Fortschritte" innerhalb der letzten fünf Jahre der Regierung "Bewegung zum Sozialismus" (MAS).

Im Berichtzeitraum von 2005 bis 2009 ist die Zahl von in extremer Armut lebenden Menschen von 38,2 Prozent (3,6 Millionen) der 10-Millionen-Gesamtbevölkerung auf 26,1 Prozent (2,7 Millionen) gesenkt worden. Die Zahl moderater Armut ging von 5,7 Millionen auf 5,2 Millionen zurück. Damit haben insgesamt 1,4 Millionen Menschen die Armutsgrenze hinter sich gelassen."Das ist der größte Rückgang den Bolivien in den letzten 50 Jahren erlebt hat", stellte Vizepräsident Álvaro García Linera fest.

Um vor allem die extreme Armut weiterhin effektiv zu bekämpfen müsse die Wirtschaft den ressourcenreichen Andenlandes "in einem Rhythmus von zehn Prozent in den kommenden 15 Jahren wachsen", so der studierte Soziologe, der die UN-Daten am Mittwoch auf CNN präsentierte. Ursache für die substantielle Verbesserung der sozialen Lage in Bolivien sei die Einsicht in die "Notwendigkeit öffentlicher Politiken, verbesserter Mechanismen der Partizipation, Aufmerksamkeit für die Qualität öffentlicher Leistungen, neuer Rahmenbedingungen für staatliche Institutionen sowie Mechanismen gesellschaftlicher Kontrolle", so das Papier.

Am stärksten zur Verbesserung der materiellen Situation haben staatliche Hilfezahlungen zum Verlassen der Armutspirale beigetragen. Den größten Sprung nach unten macht die Armuts-Statistik seit 2007 sowie im ländlichen Raum. Die positive Entwicklung in Bolivien liegt damit gegen den zuletzt leichten Trend von mehr Armut in ganz Lateinamerika. Als extrem arm gelten die Menschen, die kein Geld zum Kauf des "Basis-Nahrungsmittelkorbes" aufbringen können. Als moderat arm werden die Personen eingestuft, die zu wenig Geld zum Kauf des "Basis-Nahrungsmittelkorbes und andere Kosten" wie Transport, Bildung und Gesundheit aufbringen können. (bb)

Link zum UN-Bericht »Der Weg zur Entwicklung in Bolivien« (Spanisch)