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131 Ex-Farc-Mitglieder seit Friedensschluss ermordet

FARC, Kolumbien, Guerilla

Überall in der Region Catatumbo zu sehen: Graffitis der Guerillagruppen. Hier der ehemaligen FARC. (Symbolfoto: Adveniat/Jürgen Escher)
 

Die Morde an ehemaligen Mitgliedern der linken Guerilla-Bewegung Farc-EP gehen weiter. Seit dem Friedensvertrag in 2016 zwischen der Farc und dem kolumbianischem Staat seien bisher 131 Ex-Farc-Mitglieder umgebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, dem 15. Mai 2019.

Am Dienstag wurde Ex-Kommandeur Jorge Enrique Corredor in der Nähe der Stadt Tuluá von zwei Männern auf einem Motorrad auf offener Straße erschossen. Der 49 Jahre alte Corredor, Kampfname Wilson Saavedra, ist das bisher ranghöchste Ex-Farc-Opfer seit dem Friedensschluss. Corredor war Kommandeur der 21. Front und Teil der „Kolonne Saavedra Ramos“, die in den Bergen im Südwesten Kolumbiens kämpfte.

Corredor hatte an einem Resozialisierungsprogramm der Vereinten Nationen für Ex-Bürgerkriegskämpfer teilgenommen. Ein Sprecher der Partei „Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común“, die aus der Farc hervorgegangen ist, kritisierte die Regierung von Präsident Iván Duque. Sie schütze die Ex-Farc-Mitglieder nicht und mache sich damit zum „schweigenden Komplizen“. In den 1980er Jahren waren bereits über 3.000 Mitglieder der linken FARC-Partei „Unión Patriotica“ von Militärs und Drogenkartellen ermordet worden.

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