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1,2 Millionen Menschen leiden unter Starkregen

Das UN-Büro für Humanitäre Soforthilfe (OCHA) hat die Zahl der von den Folgen des tagelang anhaltenden Starkregens in Zentralamerika betroffenen Menschen auf 1,2 Millionen beziffert. Am verheerendsten ist die Situation in El Salvador. In dem mittelamerikanischen Land sind 70 Prozent der Gemeinden überflutet und haben mit den Folgen von Erdrutschen zu kämpfen. OCHA wird dort im Laufe des heutigen Tages ein internationales Hilfsprogramm starten, welches mit einem Umfang von 15, 7 Millionen US-Dollar den 300.000 betroffen Salvadorianern helfen soll.

Die Regierung El Salvadors bezeichnet diese Katastrophe als eine der schlimmsten, die es im Land jemals gegeben hat. Bisher haben Überschwemmungen, Unfälle und Erdrutsche 34 Todesopfer gefordert, 56.000 Menschen leben in Notunterkünften und mehr als 18.000 Häuser sind überschwemmt. Der salvadorianische Präsident Mauricio Funes hat am 16. Oktober den nationalen Notstand ausgerufen und die internationale Staatengemeinschaft um Unterstützung gebeten.

Eine ganze Region befindet sich im Ausnahmezustand

Auch Guatemala befindet sich seit nun mehr knapp zwei Wochen im nationalen Notstand. Im Nachbarstaat El Salvadors sind mehr als 500.000 Menschen von der Katastrophe betroffen. 78.000 Häuser sind nach Angaben von OCHA zerstört worden und die Hälfte aller Strassen ist nicht befahrbar. Auch in Nicaragua sorgen blockierte und kaputte Strassen dafür, dass 15.000 Familien von jeglicher Versorgung und Kommunikation abgeschnitten sind.

In Honduras sind knapp 60.000 Menschen von der Katastrophe in Mitleidenschaft gezogen und im Süden von Mexiko berichtet OCHA von 200.000 Betroffenen. Die Zahl der Todesopfer liegt bei über 90 und droht weiter zu steigen Neben den immensen Sachschäden in den Staaten der Region sind laut der Ernaehrungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO) auch 80 Prozent der Ernte zerstört worden. In einigen der Notunterkünfte ist außerdem mit einem hohem Krankheitsrisiko –vor allem Cholera- zu rechnen.

Betroffene Länder auf Unterstützung angewiesen

Um der Situation in Zentralamerika gemeinsam Herr zu werden, sind die Regierungschefs von El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Costa Rica gestern am Flughafen von San Salvador zu einem außer gewöhnlichen Gipfeltreffen zusammengekommen. In Zusammenarbeit mit dem Zentralamerikanischen Zentrum für die Prävention von Naturkatastrophen (CEPREDENAC) wird eine Sonderkommission einen Plan für den Wiederaufbau in den kommenden Monaten aufstellen. Dieser solle den internationalen Hilfsorganisationen als Handlungsgrundlage dienen.

Die Erzdiözese von San Salvador ruft in Zeiten des Schmerzes und der Trauer zu Solidarität und Unterstützung auf. Sie bittet die Bevölkerung um Spenden von Lebensmitteln, Wasser und Kleidung. Auch die Caritas hat in vielen betroffenen Ländern Spendenkonten eingerichtet, um den Opfern der Katastrophe zu helfen. (aj)

Eine Einschätzung von Adveniat-Länderreferentin Elisabeth Freitag finden Sie hier.