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113 Millionen Menschen erhalten Hilfsgelder

113 Millionen Menschen aus Lateinamerika und der Karibik erhalten Hilfsgelder aus staatlichen Programmen. Dies gaben die Vereinten Nationen (UN) gestern in Santiago de Chile bekannt. Die Auszahlung dieser Gelder ist an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise, dass die Kinder zur Schule gehen oder die ganze Familie an gesundheitlichen Maßnahmen teilnimmt. Die so genannten konditionierten Hilfsprogramme (PTC) haben ihren Ursprung in Mexiko und Brasilien und werden heute in 18 Ländern der Region umgesetzt. „Die PTC haben den Zugang zu Bildung, Gesundheit und Nahrung in der gesamten Region verbessert. Außerdem unterstützen sie die ärmsten Familien mit ihrem Einkommen und der Lebensmittelversorgung“, so José Graziano von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO).

PTC- Ein effektives Instrument?

Lange Zeit seien die Hilfsprogramme der verschiedenen Regierungen als Almosen angesehen worden, erläutert Graziano, inzwischen aber habe man erkannt, dass die Unterstützung ein wirksames Instrument gegen die Armut sei. Die PTC würden nicht nur die Indikatoren im gesundheitlichen und Ernährungsbereich einzelner Länder verbessern, sondern auch die lokale Wirtschaft ankurbeln. Sie gäben außerdem vielen jungen Menschen die Chance die Schule zu beenden, da sie nicht ihren Beitrag zum Einkommen der gesamten Familie leisten müssten.

Kritiker der an Bedingungen geknüpften Zahlungen betonen immer wieder, dass die Programme zwar einem ausgewählten Teil der Bevölkerung helfen, jedoch auch viele bedürftige Menschen außen vor lassen. (aj)